Grunderbe

Grunderbe nennen wir ein einmal gegebenes Startkapital, das eigentlich jedem Bürger und jeder Bürgerin zustehen sollte - ungeachtet der sozialen Herkunft und praktisch bedingungslos.

Die Stiftung wird den Anfang machen und in den nächsten Jahren - je nach Verfügbarkeit der Mittel - jährlich einige Grunderben à 20.000 € auslosen.

Das Grunderbe kann der Ausbildung dienen oder für ein Startup genutzt werden, für Wohnungskauf oder Hausbau, Kapitalanlage oder private Altersvorsorge. Der Zweck des Grunderbes ist es, die wirtschaftlichen Startchancen der jungen Erwachsenen etwas anzugleichen und persönliche "Selbstermächtigung" - nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht - anzuregen.

 

Der Stand unseres Erbrechts heute:

Das Familienerbrecht

vorhanden!

Das Vermögen eines Gestorbenen geht nach einem gesetzlich festgelegten Verteilungsschlüssel auf die körperlich verwandten Nachkommen über.

Das Testatrecht

vorhanden!

Der Erblasser bzw. die Erblasserin bestimmt vor dem Tode wem später der Nachlass gehören soll.

Das Grunderbrecht

FEHLT!

Jeder bekommt einen Pflichtteil. Die dringend notwendige Ergänzung unseres Erbrechts, um all diejenigen mit einem Mindest-Startkapital für Ihr Leben zu versehen, die keine reiche Eltern oder Gönner haben. Das ist etwa die Hälfte der Bevölkerung.


Unser konkreter Vorschlag für ein Grunderbe in Deutschland:​​​

20.000 € zum 30. Geburtstag

Jede Bürgerin und jeder Bürger kann einmal im Leben im Alter von 30 Jahren das Grunderbe in Anspruch nehmen. Es wird aus einem Fonds gezahlt, der aus einer relativ geringen Abgabe auf größere Erbschaften gespeist wird. Nur etwa 5 % der jährlichen Erbmasse wird für die Finanzierung des Grunderbefonds nötig sein.

 

Mündige, selbstständige Verwendung

Die für ein Grunderbe Berechtigten suchen sich selbst auf dem freien Markt ein Anlagegut aus, das dann aus dem Grunderbefonds bezahlt wird. Er oder sie muss dieses Gut drei Jahre lang behalten, danach ist er oder sie in der Verwendung völlig frei. Soll das Geld für eine Ausbildung eingesetzt werden, die früher als mit 30 stattfindet, kann das Grunderbe vorgezogen werden.

 

Reiche Erbende zahlen ihr Grunderbe zurück

Den Anspruch auf ein Grunderbe hat prinzipiell jede Person, die mit 30 noch nicht geerbt oder größere Schenkungen bekommen hat. Erbt jemand später noch privat dazu, zahlt er oder sie das Grunderbe in den Fonds zurück. Es werden jedoch nur maximal 20 % des privat Geerbten zurückgezahlt. Er oder sie muss also erst bei einem späteren Erbe im Wert von 100.000 € das erhaltene Grunderbe vollständig zurückzahlen.

 

Die klaren Vorteile:

Förderung der Chancengleichheit

Mehr finanzielle Startgleichheit, mehr Gerechtigkeit und Solidarität in der gesamten Bevölkerung.

Keine steuerliche Mehrbelastung für Bürgerinnen und Bürger

Das Grunderbe finanziert sich allein aus mäßigen Abgaben auf reiche Erbschaften.

Stärkung der Wirtschaft

Das Grunderbe unterstützt alle darin die eigenen Ideen umzusetzen.

Förderung der ökonomischen Bildung

Das Grunderbe wird das gesamte Bildungssystem dazu anregen die Jugend für den Umgang mit Kapital zu sensibilisieren.

Förderung der Eigenverantwortung

Du entscheidest selbst über die Verwendung.

Auf dem Laufenden bleiben:

Kommentare

Philipp scha schrieb am 24.07.2022 um 09:34 Uhr:

Interessante Idee! Aber warum soll die Kohorte der 30-50 jährigen leer ausgehen?!
Außerdem kommt bei der Debatte um die Erbschaftssteuer immer das Argument, dass man sie immer viel zu leicht umgehen kann. Habt ihr Ideen, wie man diese Steuer besser eintreibt?

Stiftung schrieb am 17.05.2022 um 07:50 Uhr:

@Sven Kunze: "Ich habe gelesen, dass das Grunderbe nicht „leistungsorientiert“ sein soll." Bei uns steht das glaube ich nirgendwo. Du hast natürlich recht, das ist Quatsch, Erben ist immer leistungslos, (sonst wäre es ja ein Einkommen und müsste mit EK-Steuer belegt werden). Aber eines scheint mir sicher: Das normale Erben hat fast immer seinen Preis für den Empfänger. Es dürfte kaum ein Erbe geben, das nicht mit vielfältigen Erwartungen belegt ist... Außer dem Grunderbe

Sven Kunze schrieb am 14.05.2022 um 12:28 Uhr:

Nachtrag:

Ich habe gelesen, dass das Grunderbe nicht „leistungsorientiert“ sein soll. Aber seit wann ist denn normales Erben leistungsorientiert? Macht für mich keinen Sinn. Aus meiner Sicht geht es nicht um Leistung, sondern um Absicherung der Leistungsfähigkeit der nächsten Generation.

Mit 60 erben ist halt total sinnfrei, weil man mit dem Geld dann eh so wenig anfangen kann als wenn man jünger wäre.

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