Samstag, 8. Januar 2022 von Christoph Prüm

Newsletter Januar 2022: Jahreswechsel und DIW bekennt sich zu Grunderbe

Christoph Prüm

Liebe Freunde der Stiftung und einer gerechteren Gesellschaft,

Ernüchtert hat uns, dass das Jahr 2021 zu Ende gegangen ist, ohne dass wir es geschafft haben die drei ersten Grunderben, für die das Geld ja da ist, auszuschütten. Es war rückblickend auch völlig illusorisch anzunehmen, dass drei (potenziell) Aktive, die in ihren normalen Berufen schon überlastet sind, das so nebenbei hätten machen können. Der eine oder andere Helfer oder Helferin, die möglicherweise noch aufgetaucht wären, hätten daran auch nicht grundsätzlich etwas geändert.
 
Dennoch haben wir keinen Grund dem vergangenen Jahr undankbar zu sein. Das erste Geld ist da, ein Büro in der Hauptstadt ist eingerichtet und wartet auf uns, und die Orte, in die wir die drei Grunderben tragen werden, stehen auch schon fest. Bleibt als Vorsatz und Planungsansatz für das neue Jahr, uns die benötigte Zeit frei zu schaufeln. Denn davon werden wir reichlich brauchen, wenn wir den Plan, den wir haben, ordentlich umsetzen wollen. Ordentlich umsetzen heißt, vor allem die Kampagnen in den ausgewählten Orten so durchführen, dass möglichst viele der 30-jährigen dort von der Möglichkeit ein Grunderbe bekommen zu können erfahren. Wir haben einen ersten Ablaufplan erstellt und kommen auf einen Zeitbedarf von zweieinhalb Monaten für die Kampagnen, ohne noch notwendige Vorbereitungen. Start soll jetzt Anfang Juni sein. Bis dahin sollten die Vorbereitungen abgeschlossen und unser Kampagnenfahrzeug einsatzbereit sein.

Begeistert hat uns in letzter Zeit, dass Dr. Stefan Bach Mitte Dezember eine Studie des DIWs (Deutsches Institut für Wirtschaft) über die Wirksamkeit eines allgemeinen Grunderbes vorgelegt hat. In dieser Studie wird anhand von verschiedenen Modellrechnungen untersucht, wie die Vermögensungleichheit in Deutschland gemindert werden kann. Die Empfehlung des DIW fällt aufgrund der Zahlen eindeutig auf die Einrichtung eines Grunderbes in Höhe von 20.000 €. In den letzten Wochen haben Berichte über das dort vorgeschlagene Grunderbe die Printmedien der Republik durchzogen. Ein paar Links dazu weiter unten.

Diese Ausschüttung entspricht in Intention und Höhe genau unserem Grunderbe-Projekt. Unterschiede gibt es in den Bedingungen und dem Zeitpunkt das Grunderbe zu erhalten. Was uns ganz besonders freut, ist, dass Stefan Bach auch den Begriff Grunderbe benutzt, den Begriff, den die Stiftung an ihrem Beginn für ihr Projekt kreiert hat. Wir finden den Begriff deshalb so gut, weil er unmissverständlich darauf hinweist wie das Grunderbe natürlicherweise finanziert werden muss, nämlich aus der jährlichen Erbmasse heraus. Weiter passt der Begriff so gut, weil Grunderbe auch einen gewissen rechtlichen Anspruch impliziert: In einer Familie, die wir im Grunde ja alle miteinander sind, hat jeder einen gesetzlichen Anspruch auf zumindest seinen Pflichtteil.
 
Nachdem Stefan Bach nun die wissenschaftlichen Berechnungen für die hohe Wirksamkeit des Grunderbes geliefert hat, fehlt von uns noch die Tat dazu. Ja wir sind im Verzug und wir wissen das. Aber es wird. Wer kontaktfreudig ist und im Sommer für ein paar Tage oder Wochen Lust auf einen sommerlichen Grunderbe-Roadtrip zwischen Koblenz und Hamburg hat, der lasse von sich hören.
 
Herzlich, Ihr Christoph Prüm


Studie des DIW: 
Publikation des DIW "Grunderbe und Vermögensteuern können die Vermögensungleichheit verringern"
 
Audio des DIW dazu:
Interview mit Stefan Bach zum Grunderbe
 
Capital: 
Sehr gutes Interview mit Stefan Bach
 
Zeit:
Vermögensverteilung: 20.000 Euro für alle 18-Jährigen
 
Wirtschaftswoche: 
Interessanter Titel: „Warum Liberale für ein Grunderbe eintreten sollten“

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