Freitag, 14. Mai 2021 von Kim Chung

Child Trust Fund: Update

Kind-zählt-Moneten

Seit 1. September 2020 wird ausgeschüttet

In unserem Blog-Beitrag vom 25. März 2014 berichtete Markus Döring bereits ausführlich über den Child Trust Fund (CTF). Nun werden die ersten CTF-Konten voll zugänglich. Bis Januar 2029 betrifft das monatlich rund 55.000 Personen (insgesamt mehr als 5.5 Millionen). Auf ihren Konten befinden sich 550 bis 877 £ (englische Pfund) was 637 bis 1.016 € entspricht.

Für das Projekt hatte die britische Regierung von 2005 bis 2010 jährlich etwa 250 bis 500 Millionen £ investiert. Konkret erhielten diejenigen, die zwischen 1. September 2002 und 1. Januar 2011 geboren wurden, einen Gutschein in Höhe von 250 £ (500 für Geringverdienende). Dieser konnte von den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten innerhalb eines Jahres nach der Geburt eingelöst werden. Geschah dies nicht, so eröffnete die britische Regierung ein CTF-Konto im Namen des Kindes; dies betrifft rund 1,8 von 6,3 Millionen Konten.

Der von der Regierung gezahlte Betrag wurde zeitweise aufgestockt: Diejenigen, die zwischen dem 1. September 2009 und 31. Juli 2010 ihren siebten Geburtstag feierten, erhielten einen weiteren Gutschein in Höhe von 250 bzw. 500 £. Insgesamt wurden seitens der Regierung also bis zu 500 £ (bzw. 1000 £ für Geringverdienende) beigesteuert. Bis zur Volljährigkeit ihres Kindes können Eltern, Verwandte oder Bekannte zusätzlich 4.368 £ (zuletzt 9.000 £) pro Jahr in das CTF-Konto einzahlen.

Eine der Kernkomponenten des Child Trust Fonds besteht jedoch im Management des CTF-Kontos. Denn die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten können darüber entscheiden wie das Geld letztlich investiert werden soll. Erst im Alter von 16 können Personen frei über die Investitionen ihres Kontos bestimmen, mit 18 wird ihnen schließlich die freie Verfügungsgewalt gewährt. Die über die Jahre erwirtschaftete Rendite ist dabei steuerfrei. Es existieren drei Typen von Anlagestrategien:

  • Sparkonto-CTFs, die Rendite über Sparzinsen erzielen;
  • Stakeholder-Kindertreuhandfonds, in welchen Risiken durch eine Vielzahl von Anlagen gestreut sowie schrittweise in risikoärmere Anlagen umgeschichtet werden;
  • Aktienbasierte Kindertreuhandfonds, welche in ausgewählte Aktien investieren und somit tendenziell risikoaffiner sind.

Das Gesamtvolumen des CTF beträgt in etwa 9 Milliarden £, wovon ca. 3,3 Milliarden von der Regierung finanziert, 2,5 Milliarden zusätzlich eingezahlt und 3 Milliarden durch Rendite erwirtschaftet wurden. The Share Centre schätzt, dass das durchschnittliche Vermögen der Sparkonto-basierten CTFs 550 £ beträgt wohingegen auf den aktienbasierten CTFs demnach bis zu 877 £ angespart wurden. Insgesamt fällt das Resultat des CTF also eher nüchtern aus. Knapp 800 £ stellen allerdings kein hinreichendes Startkapital dar - das Geld reicht für einen Urlaub oder eine neue PlayStation.

Des Weiteren haben nur etwa ein Fünftel der Eltern bzw. Angehörigen überhaupt zusätzlich in den Fond eingezahlt, wobei sich die durchschnittliche Summe auf etwa 314 £ belief. Eine nationale Spargewohnheit, die von den InitiatorInnen erhofft wurde, konnte damit freilich nicht etabliert werden.

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